Kitesurfen Mexico Reisebericht
150 Euro pro Strecke, also 300 Euro wollte Delta Airlines für das Boardbag von Frankfurt via Atlanta nach Cancun/Mexico und zurück haben. Diese Summe stellten wir der Windwahrscheinlichkite für unseren Reisezeitraum vom 15.10.11-29.10.11 von 20% (lt. Windfinder) gegenüber und entschieden uns für die Variante „Kitegepäck light“! Da bei Delta Airlines im Rahmen der Gepäckbestimmungen das sogenannte Piece Concept praktiziert wird, darf jeder Reisende zwei Gepäckstücke a 32kg mitführen. Also packten wir einen Koffer wie gewohnt und in den Zweiten packten wir Trapez, Bar, Boardshorts, Lycra, Pumpe und einen 12er und einen 8er Kite. Auf die Mitnahme von Boards haben wir verzichtet, da wir über das Internet raus finden konnten, dass das Hotel „Casa las tortugas“ Kiteequipment verleiht. Da dort zu dem Zeitpunkt Nebensaison war, haben wir vorsichtshalber eine Mail geschickt und bekamen die Antwort, dass wir für 30 US-Dollar pro Tag ein Board leihen können. Die Grundversorgung stand also!
Aber fangen wir mal ganz vorne an! Es sollte auf die ca. 50 km nördlich von Cancun gelegene Isla Holbox an der mexikanischen Halbinsel Yucutan gehen, die das ursprüngliche Mexico von vor 30 Jahren wieder spiegelt. Die Insel ist ein riesiges und einzigartiges Naturreservat mit Flamingos, Pelikanen, Storchen, Reihern und sonstigen Wandervögeln sowie Walhaien, Delfinen, Leguanen und anderen selteneren und schutzbedürftigen Tierarten. Die Insel ist vom Festland durch eine halbstündige Fährüberfahrt zu erreichen, der gesamte Transfer von Cancun dauert etwa drei Stunden. Auf den Sandpisten der Insel fahren keine Autos sondern nur Golfkarts. Es gibt nur das kleine Dorf Holbox-Village, welches im Norden an den karibischen Golf von Mexico grenzt. Dort befinden sich auch die kleinen, sehr familiären und wunderschön gestalteten Hotels, Pousadas und Pensionen. Wir hatten uns für die Villas Flamingos (www.villasflamingos.com) am östlichen Ende der kleinen Hotelzone entschieden. Diese Anlage besteht aus wenigen Stelzenbungalows mit Palmendächern, Hängematte und Chill-Area auf der Terrasse, einem Swimmingpool, einem Restaurant sowie Beachbar. Man kann direkt vor dem Hotel kiten und der Partner/die Familie kann vom unmittelbar an den Strand grenzenden Pool oder auch vom wenige Meter vom Strand entfernten Bungalow zuschauen. In der Regel ist das karibische Meer vor dem Hotel glasklar und leuchtend türkis, und der Strand ist schneeweiß. Leider war bei unserem Aufenthalt der Hurrikan „Rina“ im Anmarsch, so dass wir eine starke Graualgenplage hatten, die das Meer umkippen ließ und dadurch ein großes Fischsterben verursachte.
Der Stehbereich geht je nach Gezeiten mindestens 100-150 Meter und Platz zum Kiten hat man in Richtung Westen auf über zwei bis drei Kilometern bis zum westlichsten Ende von Holbox-Village. In Richtung Osten sollte man mit Beginn des Vogelschutzgebietes nach etwa 500 Metern kehrt machen, so der einzige Local, den wir getroffen haben. Der Wind kam sideonshore von rechts. Die beste Windausbeute hat man im Frühjahr/Frühsommer von März bis Juni (bester Monat Mai mit 54% über 4 Bft.). Die beste und trockenste Reisezeit ist von Oktober bis Mai, wobei wir Ende Oktober auch noch 3-4 Tage mit starker Bewölkung und Regen hatten. Wir waren nur einen Tag auf dem Wasser, dafür aber mit einem sehr gut angeblasenen 8er Kaiman, an den anderen Tagen gab es mal um die 15 Knoten Wind aber auch sehr oft bis 13 Knoten Wind, so dass man entweder einen größeren Schirm oder ein größeres Brett gebraucht hätte. Das Board, was wir letztendlich von einem Freund des Rezeptionisten geliehen hatten, war ein sehr sehr altes Ocean Rodeo in 129/37 mit Pads ohne jegliche Kontour. Dann wollte er versuchen 50 US-Dollar für´s Board zu bekommen, er hat knapp 30 bekommen und selbst das war für dieses Board zu viel aber der Wind ballerte und zu „Casa Las Tortugas“ wäre man hin und zurück eine halbe Stunde gelaufen und wir wollten doch aufs Wasser. An dem Tag waren nur noch zwei weitere Kiter etwa 1,5 km entfernt beim Holbox-Village auf dem Wasser.
Zwei Wochen Villas Flamingos im Superior Bungalow mit Halbpension und Flug mit Delta Airlines ab Frankfurt sowie allen Transfers in den Herbstferien haben über Meyer´s Weltreisen 1566 Euro gekostet. Dazu muss man sagen, dass das Standardzimmer rund 100 Euro billiger ist, aber nicht in erster Reihe zum Wasser liegt und in einem Bungalow zwei oder mehr Standardzimmer sind, während man den Superiorbungalow für sich alleine hat. Halbpension in Menüform (Vorspeise, Hauptgericht und Dessert) ist auch zu empfehlen, da der Gang jeden Abend ins Dorf am völlig finsteren Strand auch nicht sein muss und man dann lieber im Rahmen der Halbpension statt dem Abendmenü das Mittagsmenü nimmt (ist möglich) und dann abends zum Essen ins Dorf spaziert! Eine große Cola (Pepsi) im Hotelrestaurant kostet 1,60 EURO; IM Dorf etwa die Hälfte. Im Dorf gibt es ein paar kleine Minisupermärkte, wo man Lebensmittel günstiger beziehen kann.
FAZIT:
Nur zum Kiten würden wir dort nicht hin fahren, aber um einen erholsamen und schönen Urlaub in einem authentischen mexikanischen Ambiente mit viel Natur zu verbringen und oben drein noch kiten zu gehen, ist es zu empfehlen!



